Am vergangenen Freitag fand im Foyer des Eltviller Rathauses ein kleiner Empfang statt, um das ehrenamtliche Engagement der ca. 30 Bürgerinnen und Bürger im Interesse des Artenschutzes und durch die Anbringung von Nistkästen für Schwalben und Mehlschwalben zu würdigen, so dass der Schwalbenrückgang gestoppt wurde und sich mehr Schwalben angesiedelt haben.
Rudolf Kreckel, der Vorsitzende der SeniorenUnion Eltville“ freute sich über den großen Zuspruch und bedankte sich bei den Bürgerinnen und Bürgern auf diesem Wege für die Bereitstellung ihres Hauses bzw. Gebäudes für die Anbringung künstlicher Schwalbennester mit Kotbrettchen. Diese hatten wir kostenlos vom Bautrupp der Stadt Eltville anbringen lassen. Bei Herrn Bürgermeister Patrick Kunkel und Herrn 1. Stadtrat Hans-Walter Pnischeck bedanke ich mich für die großzügige Summe von ca. 750 Euro und für das Bereitstellen des Hubwagens. Herzlichen Dank auch an Frau Ministerin Hinz, die uns ebenfalls mit 500 Euro unterstützt hat.
Durch die Verleihung der entsprechenden NABU-Urkunden und der entsprechenden Schilder, die ein „Schwalbenfreundliches Haus“ bescheinigen, wurde das Engagement entsprechend gewürdigt. Die NABU wird vertreten durch unseren Artenschutzbeauftragten Manfred Kremer. Der Kreisvorsitzende der NABU, Herr Reimann, informierte uns bei der Erstverteilung, dass er eine solche Aktion bisher noch nicht erlebt habe.
„Schwalben wurden schon immer als Glücksbringer verehrt und brüten sie am Haus, bedeutet das im Volksglauben Schutz vor Unwettern“, so Kreckel.
Bevor es zu der Auszeichnung kam, berichtete der Artenschutzbeauftragte Manfred Kremer über seine Aktivitäten:
Liebe Naturschützer,
seit einigen Jahren führe ich einen verzweifelten Kampf für die Erhaltung unserer beiden Schwalbenarbeiten (Rauchschwalben und Mehlschwalben) und auch für die Population der Mauersegler, die ebenfalls stark zurückgegangen ist in der Eltviller Kernstadt.
In unserer Stadt (ohne Ortsteile) haben wir nur noch zwei Rauchschwalbenpaare – im Vorjahr 2016 waren es noch vier Rauchschwalbenpaare.
Bei unseren zwei Höfen (Steinheimer Hof und Wacholderhof) und dem Hof auf der Rheininsel Königs Klinger Aue (die seit 1964 vogelkundlich mit betreut wird) sieht es hingegen besser aus.
2016 hatten wir im Steinmeier Hof = 4 Rauchschwalbenpaare in 2017 = 6 und im Wachholderhof in 2016 = 17 und in 2017 = 16 Rauchschwalbenpaare. Außerdem im Hof der Königsklinger Aue in 2016 = 17 und in 2017 = 16 Rauchschwalbenpaare. Von diesen 3 Höfen erhoffe ich, dass die Jungen unsere Eltviller Schwalbenpopulation bei Rauchschwalben verstärken werden.
In Deutschland ist die Situation allerdings dieselbe wie bei uns in Eltville, denn die Rauchschwalben stehen mittlerweile in der „Vorwarnliste im Bestand bedrohten Buntvögel Deutschlands (Rote Liste).
Bei unseren Mehlschwalben verzeichnen wir einen leichten Aufwärtstrend mit 2017 = 23 Brutpaaren gegenüber 2016 mit 17 Brutpaaren. Offenbar machen sich die angebrachten künstlichen Mehlschwalbennester aus 2016 schon bezahlt wie bei Frau Strohschnitter = 3 Doppelnester = 6 besetzte Brutnester und bei 2 Bruten in 2017 voll besetzt.
Die Population meines 3. Sorgenkindes – die Mauersegler – hat mich mit großer Freude erfüllt, denn in 2017 haben wir ebenfalls 23 Brutpaare gegenüber dem Vorjahr mit 14 Brutpaaren und in 2013 mit 6 Brutpaaren offenbar ist die Talsohle überschritten – hoffentlich.
Mittlerweile haben uns die Mauersegler, nach meinen tagelangen Beobachtungen ab 17. Juli am 22. Juli verlassen und wir hoffen, dass sie in Südafrika gut ankommen und uns im kommenden Jahr wieder erfreuen. Ich freue mich schon jetzt darauf.“
Anschließend nahmen Bürgermeister Patrick Kunkel und der Artenschutzbeauftragte Manfred Kremer die Auszeichnung Stadtverordnetenvorsteher Ingo Schon und der 1. Stadtrat Pnischeck teilnahmen, was sehr gut ankam.

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